Gestern (25.02.2026) waren wir – Patrick, Thomas und ich – zur Rückrunde in Strasshof gegen Konstantin Sieh, Andre Kratochwil und Kevin Schandl zu Gast. Die ersten beiden Partien gingen jeweils im fünften Satz knapp an Strasshof. In der dritten Begegnung spielte ich gegen Kevin und konnte überraschend problemlos einen 3‑Satz‑Erfolg einfahren.
Das Doppel Werner & Thomas ging zwar mit 1:3 an die Heimmannschaft, war aber deutlich knapper, als das Ergebnis vermuten lässt. Besonders der zweite Satz, den wir eigentlich schon fast gewonnen hatten, hätte das Match in eine andere Richtung lenken können. Danach folgte ein klarer Erfolg von Andre gegen Patrick, womit wir insgesamt 1:4 zurücklagen – also wussten wir, dass es an diesem Abend richtig schwierig werden würde.
Dennoch gelang mir in der fünften Partie ein 3:1‑Sieg gegen Konstantin und damit der Startschuss zur Aufholjagd. Thomas musste zwar gegen Kevin über die volle Distanz, holte aber einen enorm wichtigen Sieg – nur noch 3:4.
Die nächste Partie war sicherlich ein Schlüsselspiel des Abends und sollte leider auch die Stimmung etwas trüben. Ich gewann die ersten beiden Sätze gegen Andre, die nächsten zwei gingen jedoch an ihn – also musste erneut Satz fünf entscheiden. Beide Spieler nahmen aus taktischen Gründen (und wegen der Belastung) ein Time‑Out, meines beim Stand von 9:9. Nach einem intensiven Ballwechsel konnte ich meine verkehrte Rückhand durchziehen, der Ball war schnell und anscheinend auch noch an der Kante – was ich selbst gar nicht realisiert hatte. Das Publikum machte mich darauf aufmerksam, und ich entschuldigte mich sofort für diesen Kantenball. Ob Andre den Ball überhaupt erreicht hätte, werden wir nie erfahren – er war sehr gut platziert und hart, also wohl schwierig.
Das Publikum reagierte aufgebracht, was letztlich dazu führte, dass Andre die Partie abbrach bzw. aufgab. Geschrieben haben wir 11:9 für mich im 5ten Satz. Dazu möchte ich Folgendes sagen: Ja, es gab einige Netzroller und Kantenbälle – es war ein Spiel auf hohem Niveau und hohem Tempo, da passiert das nun mal. Absichtlich trifft niemand die Kante, und auch ich ärgere mich über solche Bälle, aber das gehört eben zum Tischtennis dazu. Wenn man das komplett ausschließen möchte, müsste man Schach spielen – da gibt es sowas nicht. Ärger ist okay, aber zu solchen unnötigen Diskussionen im Publikum sollte es nicht kommen.
Nach diesem turbulenten Spiel stand es 4:4, alles war wieder offen. Patrick konnte gegen Kevin leider nicht punkten, daher hatte Thomas im letzten Spiel die Chance, zumindest das Unentschieden zu sichern. Und er behielt die Nerven: Mit einem 4‑Satz‑Erfolg gegen Konstantin fixierte er das 5:5 und somit noch ein X für uns.
Ich denke, unter normalen Umständen hätten wohl beide Mannschaften mit dem Unentschieden gut leben können. Doch an diesem Abend war die Stimmung leider im Keller, und selbst die Lust auf ein gemeinsames Bier danach war dahin.
Was ich aber unbedingt positiv erwähnen möchte: Andre hat sich nach dem Match sehr sportlich verhalten, mir gratuliert und sich für das Verhalten des Publikums entschuldigt. Auch Manfred Schandl hat mich heute nochmals telefonisch kontaktiert und sich im Namen des Vereins dafür entschuldigt. Das rechne ich euch wirklich hoch an.
Die Jungs aus Strasshof haben sich trotz der schwierigen Situation sportlich fair gezeigt – und ich bin überzeugt, dass sie ihren Weg im Tischtennis machen werden.
LG, Werner
